Agrodiesel: überholter Wegbereiter

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Agrodiesel ist bereits seit vielen Jahren auf dem Markt und deshalb quasi zum Sinnbild für Agrokraftstoffe an sich geworden. Bei Dieselfahrern war er lange sehr beliebt. Der Kraftstoff wird auch Rapsmethylester (RME) genannt, da er in Deutschland überwiegend aus Rapsöl stammt. Auch andere Ölpflanzen (beispielsweise Palmöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl) eignen sich für die Agrodieselproduktion, sind hierzulande aber nur ein Nischenprodukt. Die Beimischungspflicht von Agrodiesel zum fossilen Diesel wird der Reinform allerdings perspektivisch den Garaus machen.

Tanken und Kosten

Die Zahl der Tankstellen, an denen Sie Agrodiesel tanken können geht derzeit rapide zurück. Vor einem Jahr waren es noch etwa 1900, Anfang Februar 2009 sprach die Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel (AGQM) nur noch von 250, die mittelfristig erhalten bleiben. Das liegt vor allem an der steigenden Steuer auf Agrodiesel. Da in einem Liter Agrodiesel zudem weniger Energie steckt, als in einem Liter Diesel, verbraucht ein mit Agrodiesel betanktes Auto etwa zehn Prozent mehr. Der Wegbereiter der Agrokraftstoffe rechnet sich einfach nicht mehr.

Umwelt

Wie bei allen Agrokraftstoffen gilt: Die Verbrennung ist CO2-neutral. Allerdings entstehen beim Anbau der Pflanzen und bei der Produktion von Agrodiesel Treibhausgase. Daher beträgt der Klimavorteil von Agrodiesel gegenüber mineralischem Diesel 30 bis maximal 50 Prozent. Ein mit Agrodiesel betanktes Auto stößt zwar weniger Ruß, aber deutlich mehr Stickoxide aus als eines mit herkömmlichem Diesel. Entscheidender Nachteil: Neuwagen mit moderner Filtertechnik dürfen reinen Agrodiesel gar nicht tanken.

NICHT EMPFEHLENSWERT

Produktion aufwändig, für moderne Filtertechnik nicht geeignet, nicht schadstoffarm, immer weniger Tankmöglichkeiten, kein Preisvorteil mehr, wegen Beimischungspflicht keine Perspektive als Reinkraftstoff.

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