Biodiesel: überholter Wegbereiter
Biodiesel ist bereits seit vielen Jahren auf dem Markt und deshalb quasi zum Sinnbild für Biokraftstoffe an sich geworden. Bei Dieselfahrern war er lange sehr beliebt. Der Kraftstoff wird auch Rapsmethylester (RME) genannt, da er in Deutschland überwiegend aus Rapsöl stammt. Auch andere Ölpflanzen (beispielsweise Palmöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl) werden für die Biodieselproduktion genutzt, sind hierzulande aber nur Nischenprodukte. Die Beimischungspflicht von Biodiesel zum herkömmlichen Diesel wird der Reinform allerdings perspektivisch den Garaus machen.
Tanken und Kosten
Die Zahl der Tankstellen, an denen Sie Biodiesel tanken können geht derzeit rapide zurück. Von ehemals rd. 1.900 Tankstellen bieten derzeit nur noch rund 200 Biodiesel an. Das liegt vor allem an der steigenden Steuer. Da in einem Liter Biodiesel zudem weniger Energie steckt als in einem Liter Diesel, verbraucht ein mit Biodiesel betanktes Auto etwa zehn Prozent mehr. Der Wegbereiter der Biokraftstoffe rechnet sich einfach nicht mehr.
Umwelt
Wie bei allen Biokraftstoffen gilt: Die Verbrennung ist CO2-neutral. Allerdings entstehen beim Anbau der Pflanzen und bei der Produktion von Biodiesel Treibhausgase. Daher beträgt der Klimavorteil von Biodiesel gegenüber herkömmlichen Diesel 30 bis maximal 50 Prozent – ohne Berücksichtigung indirekter Landnutzungsänderungen. Ein mit Biodiesel betanktes Auto stößt zwar weniger Ruß, aber deutlich mehr Stickoxide aus als eines mit herkömmlichem Diesel. Entscheidender Nachteil: Dieselautos mit geregeltem Partikelfilter dürfen reinen Biodiesel gar nicht tanken.
NICHT EMPFEHLENSWERT
Produktion aufwändig, für moderne Filtertechnik nicht geeignet, nicht schadstoffarm, immer weniger Tankmöglichkeiten, kein Preisvorteil mehr, wegen Beimischungspflicht keine Perspektive als Reinkraftstoff.