Biodiesel und Pflanzenöl sind keine Lösung

- Sprit aus Raps ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. (Foto: www.pixelio.de)
Biodiesel und Pflanzenöl sind bereits seit vielen Jahren auf dem Markt. In Deutschland werden Biodiesel und Pflanzenöl fast ausschließlich aus Rapssamen gewonnen. Da sie aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, werden sie zu den „Biokraftstoffen" gezählt. Damit ist aber noch lange nicht gewährleistet, dass sie wirklich umweltverträglich sind.
Technik und Fahrzeuge
Viele Transportunternehmer haben ihre Dieselfahrzeuge auf Biodiesel und Pflanzenöl umgestellt, da der Sprit billiger ist als herkömmlicher Diesel. Umgerüstet werden dürfen aber nur Fahrzeuge, die der Hersteller dafür freigegeben hat. Während die Umrüstung bei Biodiesel weniger aufwändig ist, wird bei Pflanzenöl in der Regel ein Zwei-Tank-System eingebaut. Der Motor startet mit normalem Diesel und schaltet, wenn die nötige Temperatur erreicht ist, auf reinen Pflanzenöl-Betrieb um. Billig ist so ein Umbau nicht. Je nach gewähltem System und Aufwand kostet er bis zu 5.000 Euro. Da in Biodiesel und Pflanzenöl weniger Energie steckt als in herkömmlichem Diesel, verbraucht der Motor etwa zehn Prozent mehr. Außerdem muss häufiger Öl gewechselt werden. Ein weiterer entscheidener Nachteil: Neuwagen mit moderner Filtertechnik dürfen reinen Biodiesel oder Pflanzenöl gar nicht tanken.
Tanken und Kosten
Biodiesel können Sie von ehemals bundesweit etwa 1.900 derzeit nur noch an 200 Tankstellen tanken – Pflanzenöl suchen Sie dort vergebens. Meist stehen Zapfsäulen für Pflanzenöl auf Gewerbehöfen und bei Fuhrunternehmen. Seitdem Biodiesel und Pflanzenöl besteuert werden, lohnt sich der sogenannte Biosprit zunehmend weniger.
Umwelt
Wie bei allen Biokraftstoffen gilt: Die Verbrennung ist CO2-neutral. Allerdings entstehen beim Anbau der Pflanzen und bei der Produktion des Biodiesels Treibhausgase. Daher beträgt der Klimavorteil von Biodiesel gegenüber mineralischem Diesel nur 30 bis maximal 50 Prozent. Ein mit Biodiesel oder Pflanzenöl betanktes Auto stößt zwar weniger Ruß, aber deutlich mehr Stickoxide aus als ein herkömmlicher Diesel. Anstatt Ihr altes Fahrzeug auf Biodiesel- oder Pflanzenölbetrieb umzustellen, sollten Sie besser einen Partikelfilter nachrüsten. Das schont die Umwelt und spart Kosten.
Weitere Informationen zu Biokraftstoffen finden Sie hier auf unseren Internetseiten zum Autokauf.
NICHT EMPFEHLENSWERT
für moderne Filtertechnik nicht geeignet, nicht schadstoffarm, nicht günstig
Beimischung
Seit Anfang 2007 werden Diesel und Benzin Biokraftstoffe beigemischt. Bei Diesel sind es derzeit etwa sieben Prozent Biodiesel, bei Benzin bis zu zehn Prozent Bioethanol. Für die herkömmlichen Diesel- und Benzinmotoren sind Biospritanteile von bis zu zehn Prozent unbedenklich. In Deutschland soll die Beimischquote von Biosprit bis 2015 auf acht Prozent steigen. In der gesamten EU soll der Biospritanteil gemäß einer EU-Richtlinie bis 2020 zehn Prozent betragen.
Vorteil der Beimischung: Die Klimabilanz des Straßenverkehrs wird besser. Das Problem: Um einen Biospritanteil von 5,75 Prozent bis 2010 zu sichern, müssten bis zu 27 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der EU für die Herstellung genutzt werden – vorausgesetzt, der gesamte Biokraftstoff würde in Europa produziert. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass ein Großteil importiert wird. Allein Deutschland führt bereits jetzt 40 Prozent des Biosprits ein.