Biogas: Gülle fürs Auto
Biogas – besser Biomethan genannt – entsteht bei der Vergärung von Lebensmittelresten, Kompostabfällen und Gülle. Es kann aber auch aus nachwachsenden Energiepflanzen wie Mais oder Roggen gewonnen werden. Chemisch ist Biomethan mit Erdgas identisch. Jeder Erdgasmotor kann Biomethan verbrennen. Vorher muss es allerdings gereinigt werden. Die deutsche Erdgaswirtschaft hat sich vorgenommen, dem Erdgas im Autotank bis zum Jahr 2010 zehn, bis 2020 20 Prozent Biomethan beizumischen.
Einen entscheidenden Vorteil hat Biomethan gegenüber allen anderen Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen: Es kann problemlos dezentral ins Erdgasleitungsnetz eingespeist oder direkt in Blockheizkraftwerken genutzt werden. Damit senkt es nicht nur den CO2-Ausstoß von Autos, sondern trägt auch bei der Stromerzeugung und beim Heizen im Haushalt zum Klimaschutz bei.
Tanken und Kosten
Da Biomethan in Deutschland zum größten Teil ins Erdgasnetz eingespeist wird, ist eine reine Biomethantankstelle selten anzutreffen. Um genau zu sein, gibt es zurzeit genau eine. In anderen Ländern, beispielsweise der Schweiz, finden sich ein paar mehr. Biomethan ist bis 2015 von der Mineralölsteuer befreit. Bis 2018 bleibt es dann wie Erdgas steuerermäßigt.
Umwelt
Biomethan wird in Deutschland vor allem aus nachwachsenden Rohstoffen, hauptsächlich aus Mais gewonnen. Beim Anbau oder Import der Energiepflanzen treten die gleichen Probleme auf, wie sie auch für die Herstellung aller anderen Agrokraftstoffe gelten. Anders als bei der Produktion von Agrodiesel oder Agroethanol wird bei Biomethan jedoch die ganze Pflanze verwendet. So ist die Energieausbeute pro Hektar Anbaufläche mehr als viermal so hoch. Reste des Gärprozesses können gut als organischer Dünger genutzt werden. Biomethan aus Gülle oder Kompostabfällen ist zu fast 100 Prozent klimaneutral. Denn wenn diese organischen Abfälle nicht genutzt werden, setzen sie eine große Menge des klimaschädlichen Treibhausgases Methan frei. Abhängig davon, wie viel Biomethan herkömmlichem Erdgas beigemischt ist, stoßen Erdgasfahrzeuge bis zu 65 Prozent weniger CO2 aus als ein Benziner.
Weitere Informationen zu Biomethan finden Sie beim Fachverband Biogas unter www.biogas.org
