Biomethan
 

Biogas: Gülle fürs Auto

Die erste Biogastankstelle Deutschlands im Wendland (Foto: Wolfgang Huppertz).

Biogas – besser Biomethan genannt – entsteht bei der Vergärung von Lebensmittelresten, Kompostabfällen und Gülle. Es kann aber auch aus nachwachsenden Energiepflanzen wie Mais oder Roggen gewonnen werden. Chemisch ist Biomethan mit Erdgas identisch. Jeder Erdgasmotor kann Biomethan verbrennen. Vorher muss es allerdings gereinigt werden. Die deutsche Erdgaswirtschaft hat sich vorgenommen, dem für Tankstellen bestimmten Verkehr bis zum Jahr 2015 20 Prozent Biomethan beizumischen. Diese Quote wurde bereits letztes Jahr überschritten.

Einen entscheidenden Vorteil hat Biomethan gegenüber allen anderen Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen: Es kann problemlos dezentral ins Erdgasleitungsnetz eingespeist oder direkt in Blockheizkraftwerken genutzt werden. Damit senkt es nicht nur den CO2-Ausstoß von Autos, sondern trägt auch bei der Stromerzeugung und beim Heizen im Haushalt zum Klimaschutz bei.

Tanken und Kosten

Biomethan wird in Deutschland zum größten Teil ins Erdgasnetz eingespeist. Es ist bereits an jeder dritten Erdgastankstelle erhältlich. Reines Biomethan kann inzwischen an mehr als 100 Zapfsäulen getankt werden. Die Schweiz setzt bereits seit längerem auf Biogas, das dort unter der Bezeichnung Kompogas erhältlich ist. Biomethan ist bis 2015 von der Mineralölsteuer befreit. Bis 2018 bleibt es dann wie Erdgas steuerermäßigt. An der Tankstelle kostet Biomethan in etwa so viel wie normales Erdgas, damit gelten auch die gleichen Kostenvorteile gegenüber Benzin und Diesel.

Umwelt

Biomethan wird in Deutschland vor allem aus nachwachsenden Rohstoffen, hauptsächlich aus Mais gewonnen. Beim Anbau oder Import der Energiepflanzen treten die gleichen Probleme auf, wie sie auch für die Herstellung aller anderen Biokraftstoffe gelten. Anders als bei der Produktion von Biodiesel oder Bioethanol wird bei Biomethan jedoch die ganze Pflanze verwendet. So ist die Energieausbeute pro Hektar Anbaufläche mehr als viermal so hoch. Reste des Gärprozesses können gut als organischer Dünger genutzt werden. Biomethan aus Gülle oder Kompostabfällen ist zu fast 100 Prozent klimaneutral. Der Marktführer im Kraftstoffmarkt, VERBIO, produziert Biomethan ausschließlich aus landwirtschaftlichen Reststoffen und damit ohne jegliche Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Über ein eigens entwickeltes Verfahren wird aus Stroh Biogas gewonnen, das anschließend gereinigt, auf Erdgasqualität aufbereitet und eingespeist wird. Bei einem 20-prozentigen Biomethan-Anteil stoßen Erdgasfahrzeuge etwa 40 Prozent weniger CO2 aus als ein Benziner.

BESONDERS EMPFEHLENSWERT für Erdgasfahrzeuge

Schadstoffarm, nur aus Reststoffen und Gülle fast CO2-neutral, Kraftstoff günstig, wird herkömmlichem Erdgas beigemischt, nur wenige reine Biomethantankstellen

Weitere Informationen zu Biomethan finden Sie beim Fachverband Biogas unter www.biogas.org