Elektroantrieb: Treibstoff aus der Steckdose

bisherige Elektrofahrzeuge sind Nischenprodukte. (Foto: Twike)

Der Elektroantrieb ist die älteste und eine technisch weitgehend erforschte Alternative zum Benzinmotor. Sein Treibstoff ist elektrischer Strom, der überall verfügbar ist. Elektroautos verschiedener Größe und Reichweite sind im Einsatz, konnten sich auf dem breiten Markt aber noch nicht durchsetzen. Bundesweit sind nicht mehr als 3.000 Elektro-Fahrzeuge unterwegs, 2007 gab es lediglich acht Neuzulassungen von Pkw mit mindestens vier Sitzen.

Tanken und Kosten

Elektroautos lassen sich, je nach Ausführung, über haushaltsübliche Steckdosen oder Drehstromanschlüsse, die unter anderem ebenfalls im Haushalt für Herde oder Durchlauferhitzer verwendet werden, aufladen. Werden über die Steckdose acht Stunden lang 2.000 Watt abgezapft (das ist in etwa der Verbrauch eines handelsüblichen Föhns), können einem Elektrofahrzeug-Akku 16 Kilowattstunden (kWh) zugeführt werden. Damit kann beispielsweise ein Elektro-Smart, wie er derzeit in London als Prototyp unterwegs ist, etwa 115 Kilometer weit fahren. Möchten Sie die Ladezeit beträchtlich verkürzen, muss ein Drehstromanschluss her. Um denselben Akku vollständig aufzuladen, benötigt man dann nur noch eine Stunde. Allerdings geht ein derart schnelles Laden massiv auf die Lebensdauer des teuren Akkus. Ob zu Hause oder an Elektrotankstellen, für den Ladevorgang zahlen Sie die Stromkosten pro Kilowattstunde. Es gibt auch kostenlose Ladestationen, die sich meist an/ in Einkaufszentren befinden.

Umwelt

Elektroautos sind leise und stoßen bei der Fahrt keine Abgase aus. Sie besitzen einen hohen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent von der Batterie zum Motor und weisen somit deutlich weniger Energieverluste auf als herkömmliche Antriebe. Problematisch ist bisher vor allem die Speicherung der Energie. Mit einer Batterieladung können gängige Elektroautos schon etwa zwischen 70 und 200 Kilometer zurücklegen – für die Mobilität in Städten und deren Umland ausreichend. Zudem zeichnen sich auf diesem Sektor neue Fortschritte ab, angestoßen durch die Entwicklungen für Laptops und Mobiltelefone. Aber noch sind die Batterien zu schwer, zu platzraubend und vor allem zu teuer. Außerdem muss noch die Frage des Ressourcenaufwandes für die Herstellung und das Recycling des Energiespeichers geklärt werden.

Ein weiteres Problem ist die Energiegewinnung. Bei der Stromproduktion fallen in aller Regel Emissionen an. Rechnet man mit dem bundesweiten durchschnittlichen Strommix, erreichen heutige E-Mobile, die etwa zwischen zehn und 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer verbrauchen, im Schnitt keine wesentlich besseren CO2-Werte als Autos mit modernen, verbrauchsarmen Verbrennungsmotoren. Der CO2-Ausstoß kann zwischen 60 und 140 Gramm pro Kilometer liegen – eine sehr große Spanne. Wird ein solches Elektroauto hingegen mit Strom aus Sonnenenergie versorgt, so betragen die CO2-Emissionen zwischen null bis 30 Gramm pro Kilometer. Durch die Wahl des Stromerzeugers lässt sich beim Elektroauto der CO2-Ausstoß also entscheidend beeinflussen. Wenn Sie also ein Elektroauto fahren möchten, dann entscheiden Sie sich für Strom aus 100 Prozent regenerativen Energiequellen, um Ihr Fahrzeug aufzuladen. So halten Sie die CO2-Bilanz Ihres Elektrofahrzeugs möglichst gering. Sinnvoll sind Elektrofahrzeuge auch nur dann, wenn sie klein und leicht sind. Solche E-Mobile konnten sich allerdings bisher in unserem auf Höchstgeschwindigkeit ausgerichteten Verkehrssystem nicht durchsetzen.

ABSEHBAR KEINE ALTERNATIVE

Nach oben

Wissenswert: Derzeit laufen diverse Testprojekte zum Überprüfen der Alltagstauglichkeit von reinen Elektroautos für einen größeren Markt. Es handelt sich dabei um Pkw, die größere Reichweiten, höhere Geschwindigkeiten und mehr Komfort aufweisen können als bisherige Elektromobile. So beginnt dieses Jahr die praktische Phase eines solchen Projektes in Berlin.

Nach oben