Erdgas: günstig und schadstoffarm

Modell eines Erdgasautos (Grafik: Opel)

Von der Limousine über Kombi und Mini-Van bis hin zum Transporter – Kunden können inzwischen auf eine breite Palette von Serienfahrzeugen mit Erdgasantrieb zurückgreifen. Auf Deutschlands Straßen sind über 90.000 Erdgasfahrzeuge unterwegs.

Sogenannte monovalente Erdgasautos haben auf Erdgas optimierte Motoren und verbrauchen besonders wenig. Wenn das Gas knapp wird, überbrückt ein rund 10-15 Liter fassender Benzin-Nottank den Weg zur nächsten Erdgastankstelle. Bivalente Fahrzeuge haben sowohl einen Erdgas- als auch einen herkömmlichen Benzintank, sind aber auf Benzin optimiert. Somit können sie im Erdgasbetrieb nicht ganz die Vorteile wie monovalente Fahrzeuge generieren. Bei beiden Fahrzeugkonzepten befindet sich der Erdgastank – im Gegensatz zu Nachrüstungen – in der Regel im Fahrzeugunterboden, so dass im Kofferraum kein Platz verloren geht. Die durchschnittliche Reichweite im Erdgasbetrieb liegt je nach Modell zwischen 250 bis 500 Kilometern. Ist der Gasvorrat erschöpft, schaltet der Motor während der Fahrt automatisch auf Benzinbetrieb um. Wegen der zahlreichen Serienfahrzeuge, der Platzproblematik im Kofferraum und den hohen Kosten lohnt es sich nicht, sein Fahrzeug für den Betrieb mit Erdgas umzurüsten.

Tanken und Kosten

Erdgas bekommen Sie an über 900 Zapfsäulen bundesweit, in der Regel an normalen Tankstellen. Besonders in Ballungsräumen und in Städten müssen Sie sich keine Sorgen ums Tanken machen. Nachholbedarf gibt es noch in einigen ländlichen Regionen. Im Ausland ist Erdgas vor allem in Österreich, der Schweiz und Norditalien ein gängiger Kraftstoff. Erdgas bekommen Sie an der Tankstelle nicht in Litern, sondern in Kilogramm. Dabei entspricht ein Kilogramm Erdgas etwa 1,5 Litern Benzin und 1,3 Litern Diesel. Da Erdgas noch bis 2018 steuerbegünstigt ist, fahren Sie damit um mehr als die Hälfte günstiger als mit Benzin und um etwa 40 Prozent günstiger als mit Diesel. Das gleicht den höheren Kaufpreis von Erdgasautos – besonders bei Vielfahrern – schnell aus. Außerdem fördern viele lokale Gasanbieter den Kauf eines Erdgaswagens, beispielsweise indem sie Tankgutscheine ausgeben oder einen Teil des Kaufpreises übernehmen. Nachfragen lohnt sich.

Es gibt zwei Qualitätsstufen von Erdgas: H-Gas (ca. 99 % Methan) und L-Gas (ca. 86 Prozent Methan), die je nach Region erhältlich sind. H-Gas hat einen höheren Energiegehalt und ist etwas teurer. Erdgasfahrzeuge können problemlos mit beiden Gassorten betankt werden. Moderne Fahrzeugmodelle sind in der Lage, die jeweiligen Gasqualitäten zu erkennen und das Motormanagement darauf abzustimmen. 

Umwelt

Erdgas gilt derzeit als eine der die Umwelt am wenigsten belastenden, verfügbaren Alternativen zu Benzin und Diesel. Beim Verbrennen entsteht bis zu ein Viertel weniger CO2 als bei vergleichbaren Benzinern, gegenüber Dieselmodellen sind es immer noch zehn bis 15 Prozent weniger. Gesundheitsschädliche Stoffe wie Stickoxide oder Rußpartikel entstehen bei der Verbrennung im Motor fast gar nicht.

In noch geringerem Umfang schaden Erdgasfahrzeuge mit Biomethan dem Klima. Biomethan, häufig auch als Biogas bezeichnet, entsteht bei der Vergärung von Restoffen wie Gülle oder anderen organischen Materialien. Allerdings kommt es zunehmend auch aus Maismonokulturen. Nur wenn Biogas aus Reststoffen hergestellt wird, ist es aus Umwelt- und Klimasicht empfehlenswert. Im reinen Biogasbetrieb emittiert ein Erdgasfahrzeug um bis zu 95 Prozent weniger CO2 als ein Benziner. Biomethan kann auch problemlos herkömmlichem Erdgas beigemischt werden.

EMPFEHLENSWERT

Technik ausgereift, besonders schadstoffarm, Kraftstoff günstig, Tankstellendichte im Ballungsraum befriedigend, diverse Serienfahrzeuge, mit Biomethan aus Reststoffen noch klimaverträglicher.

Weitere Infos zum Fahrzeugangebot sowie zu den Tankmöglichkeiten finden Sie auf der Seite www.erdgas-mobil.de.

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