Hybridantrieb: mit zwei Motoren doppelt gut

Modell eines Hybridautos (Grafik: Toyota)

Hybridautos haben zwei Motoren unter der Haube: in der Regel einen Benzin- und einen Elektromotor. Bei einigen Modellen treibt bei niedrigen Geschwindigkeiten der Elektromotor allein das Auto an. Wird der Wagen beschleunigt, unterstützt der Elektro- den Verbrennungsmotor. Das heißt, wenn sich der Verbrennungsmotor besonders viel Sprit genehmigen würde, steht ihm der Elektromotor bei und senkt so den Kraftstoffverbrauch

Die Hersteller geben lange Garantiezeiten auf die Technik, so dass keine zusätzlichen Reparaturkosten zu befürchten sind. Hybridautos sind in der Anschaffung allerdings noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit einfachem Verbrennungsmotor. Toyota, die zum Toyota-Konzern gehörenden Marke Lexus sowie Honda bieten bereits seit mehreren Jahren marktfähige Modelle an. Inzwischen ziehen auch andere Hersteller nach. Deutsche Hersteller setzen bisher lediglich bei schweren und hochmotorisierten Premiumlimousinen auf die Hybridtechnik. Diese verbrauchen zwar im Vergleich zu reinen Benzinern weniger, oftmals haben die jeweiligen Dieselmodelle aber einen niedrigeren Verbrauch. Dies stellt die Vorteile von Hybridfahrzeugen in diesem Segment in Frage.

Um die Reichweite von Hybridfahrzeugen im Elektrobetrieb zu verlängern setzten Hersteller auf verschiedene Konzepte. Toyota will 2012 seinen Prius auch als Plug-In-Hybrid auf den Markt bringen. Und Volvo plant für 2012 ebenfalls ein entsprechendes Modell. Diese Fahrzeuge können an der Steckdose aufgeladen werden und deutlich länger im Elektrobetrieb fahren. Ein anderes Konzept setzt General Motors um. In ihren baugleichen Modellen Chevrolet Volt und Opel Ampera arbeitet ein sogenannter Range-Extender, ­auf Deutsch: Reichweiten-Verlängerer. Dabei wird das Fahrzeug immer von einem Elektromotor angetrieben. Wenn die Batterie zur Neige geht springt ein kleiner Verbrennungsmotor an und lädt sie während der Fahrt auf.

Tanken

Bisher fahren Hybridautos mit herkömmlichem Benzin, Peugeot und Citroen haben aber jüngst die ersten Diesel-Hybrid-Modelle auf den Markt gebracht. Erhältlich sind inzwischen auch Omnibusse und Lkw mit Hybridtechnik. Der Strom für den Elektromotor wird an Bord nach einer Art Dynamoprinzip erzeugt: Eine Batterie speichert die Brems- und Schwungenergie, wenn der Wagen rollt. Eine Steckdose zum Aufladen brauchen Sie nicht. Das ist der große Vorteil eines Hybrids gegenüber Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb.

Umwelt

Im Stadtverkehr, auf Kurzstrecken und in hügeligen Regionen, also überall dort, wo die Brems- und Schwungenergie den Elektromotor antreiben kann, schluckt ein Hybridauto bis zu 50 Prozent weniger Sprit als ein reiner Benziner und kann dort seinen Verbrauchsvorteil am besten ausspielen. Auf Autobahnen bieten Hybridfahrzeuge – auch weil sie schwerer sind – hingegen geringere Verbrauchsvorteile. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Fahrzeuggewicht und Stärke des Elektromotors. Aber Vorsicht: Große Hybridlimousinen verbrauchen noch immer mehr als ein sparsamer Kleinwagen. Die Technologie sollte nicht als Vorwand dafür dienen, mit einem Geländewagen durch die Gegend zu fahren, der nur dank Hybridmotor ein bisschen weniger Sprit schluckt als üblich.

Im Elektrobetrieb fahren Hybridautos fast schadstofffrei und geräuschlos: Lediglich ein leises Surren und das Abrollgeräusch der Reifen ist zu hören.

EMPFEHLENSWERT

ausgereifte Technik, besonders schadstoffarm, Verbrauchsvorteile vor allem im Stadtverkehr und in hügeligen Regionen, noch geringes Fahrzeugangebot und etwas teurer in der Anschaffung.

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