Hybridantrieb: mit zwei Motoren doppelt gut

Modell eines Hybridautos (Grafik: Toyota).

Hybridautos haben zwei Motoren unter der Haube: in der Regel einen Benzin- und einen Elektromotor. Bei einigen Modellen treibt bei niedrigen Geschwindigkeiten der Elektromotor allein das Auto an. Wird der Wagen beschleunigt, unterstützt der Elektro- den Verbrennungsmotor. Das heißt, wenn sich der Verbrennungsmotor besonders viel Sprit genehmigen würde, steht ihm der Elektromotor bei und senkt so den Kraftstoffverbrauch

Die Hersteller geben lange Garantiezeiten auf die Technik, so dass keine zusätzlichen Reparaturkosten zu befürchten sind. Laut TÜV sind Hybridfahrzeuge sehr zuverlässig. Waren Hybridautos früher in der Anschaffung teilweise noch deutlich teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit einfachem Verbrennungsmotor, sind die Preisdifferenzen inzwischen wesentlich geringer. Toyota verkauft beispielsweise den neuen Auris in der Hybridversion sogar günstiger als die Dieselvariante. Dies sowie die Verbrauchsvorteile und die hohe Zuverlässigkeit haben dazu geführt, dass Hybridfahrzeuge inzwischen den größten Anteil an den Neuzulassungen bei alternativen Antrieben haben. Aktuell fahren in Deutschland etwa 90.000 Hybridautos, alleine in 2012 gab es gegenüber dem Vorjahr ein Zulassungsplus von 70 Prozent.

Während Toyota zusammen mit der zum Konzern gehörenden Marke Lexus inzwischen in fast jedem Segment ein Hybridmodell anbietet, setzten deutsche Hersteller bisher lediglich bei schweren und hochmotorisierten Premiumlimousinen auf die Hybridtechnik. Diese verbrauchen zwar im Vergleich zu reinen Benzinern weniger, liegen aber oftmals noch über dem Verbrauch der jeweiligen Dieselmodelle. Dies stellt die Vorteile von Hybridfahrzeugen in diesem Segment in Frage.

Eine Erweiterung des Hybrid-Antriebs sind sogenannte Plug-In Hybride und Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer, auch Range Extender genannt. Erstere kombinieren den erprobten Hybrid-Antrieb mit einer größeren Batterie und der Möglichkeit, größere Strecken rein elektrisch zurückzulegen. Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer fahren immer elektrisch, allerdings lädt ein kleiner  Verbrennungsmotor die Batterie unterwegs auf. Mehr zu Plug-In und Reichweitenverlängerer lesen Sie unter Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterElektro.

Tanken

Gewöhnlich fahren Hybridautos mit herkömmlichem Benzin, Peugeot und Citroen setzen bei ihren Hybrid-Modellen allerdings auf die Kombination mit Dieselmotor. Auch Mercedes bietet seine E-Klasse als Diesel-Hybrid an. Der Strom für den Elektromotor wird an Bord nach einer Art Dynamoprinzip erzeugt: Eine Batterie speichert die Brems- und Schwungenergie, wenn der Wagen rollt. Eine Steckdose zum Aufladen brauchen Sie nicht. Das ist der große Vorteil eines Hybrids gegenüber Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb.

Umwelt

Im Stadtverkehr, auf Kurzstrecken und in hügeligen Regionen, also überall dort, wo die Brems- und Schwungenergie den Elektromotor antreiben kann, verbraucht ein Hybridauto bis zu 50 Prozent weniger Sprit als ein reiner Benziner und kann dort seinen Verbrauchsvorteil am besten ausspielen. Auf Autobahnen bieten Hybridfahrzeuge – auch weil sie schwerer sind – hingegen geringere Verbrauchsvorteile. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Fahrzeuggewicht und Stärke des Elektromotors. Aber Vorsicht: Große Hybridlimousinen verbrauchen noch immer mehr als sparsame Kleinwagen mit konventionellem Antrieb. Die Technologie sollte nicht als Vorwand dafür dienen, mit einem Geländewagen durch die Gegend zu fahren, der nur dank Hybridmotor ein bisschen weniger Sprit schluckt als üblich.

Im Elektrobetrieb fahren Hybridautos fast schadstofffrei und geräuschlos: Lediglich ein leises Surren und das Abrollgeräusch der Reifen ist zu hören.

EMPFEHLENSWERT

ausgereifte Technik, besonders schadstoffarm, Verbrauchsvorteile vor allem im Stadtverkehr und in hügeligen Regionen, steigendes Fahrzeugangebot und kaum noch teurer in der Anschaffung.

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