Benzin und Diesel: die Altbewährten

- Foto: BP
Mehr als 90 Prozent aller Autos fahren mit Benzin und Diesel. Doch der Kraftstoff wird aus Erdöl gewonnen und das geht unweigerlich zu Neige. Solange Alternativen zu Benzin und Diesel nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, müssen herkömmliche Kraftstoffe so effizient wie möglich eingesetzt werden. Generell gilt: Fahrzeuge und Motoren müssen sparsamer werden, da der durchschnittliche Verbrauch immer noch zu hoch ist.
Benzin und Diesel werden seit Anfang 2007 in steigendem Umfang Biokraftstoffe beigemischt. Derzeit beträgt die Vorgabe laut Biokraftstoffquotengesetz 6,25 Prozent bezogen auf den Energiegehalt. Die 2011 erfolgte Einführung der neuen Benzinsorte E10, welche maximal 10 Prozent Ethanol enthält, führte bei Fahrzeugbesitzern und in der Öffentlichkeit zu hitzigen Diskussionen. Mehr zur Beimischung und E10 lesen Sie hier.
Benziner
Moderne Benziner mit Ottomotor und geregeltem Katalysator sind besonders schadstoffarm. Sie erhalten bereits ab der Schadstoffklasse Euro 1 eine grüne Plakette. Vor möglichen Fahrverboten in Innenstädten sind Sie mit einem solchen Auto sicher. Bleibt noch der Verbrauch. Aufgrund des unterschiedlichen Verbrennungsprinzips und des geringeren Energiegehalts von Ottokraftstoffen benötigen Benziner etwas mehr Sprit als Diesel. Während kleine Motoren bereits sehr sparsam sind, werden nun auch größere Motoren zunehmend effizienter und schließen so langsam die Lücke zum Diesel. Hersteller setzen dabei verstärkt auf doppelt aufgeladene Ottomotoren mit Direkteinspritzung. Sie haben weniger Hubraum und bringen trotzdem die gleiche Leistung wie größere Motoren – bei deutlich geringerem Verbrauch. Allerdings führt die Direkteinspritzung zu einem höheren Ausstoß ultrafeiner Partikel, die über dem geltenden Grenzwert für neue Diesel-Pkw liegen. Das Problem ist dabei nicht die Partikelmasse sondern die Anzahl. Die EU will daher künftig auch bei direkteinspritzenden Benzinern die Partikelanzahl begrenzen. Das Problem kann wie beim Diesel mit einem Filter schnell und kostengünstig gelöst werden.
EMPFEHLENSWERT
In der Anschaffung und bei niedrigen bis mittleren jährlichen Fahrleistungen günstiger als vergleichbares Dieselmodell, besonders schadstoffarm, bei kleinen Motoren besonders verbrauchsgünstig, Achtung: Direkteinspritzer haben Partikelproblem.
Diesel
Diesel-Pkw sind beliebt. Fast die Hälfte aller neu zugelassenen Autos in Deutschland sind inzwischen Selbstzünder. Vor allem gewerbliche Nutzer setzen überwiegend auf Diesel. Ein wesentlicher Grund: Sie verbrauchen weniger als Benziner und der Sprit ist an der Zapfsäule günstiger - wobei sich der Dieselpreis derzeit zunehmend dem von Benzin annähert. Die höhere Kfz-Steuer und der höhere Kaufpreis können den Spareffekt allerdings relativieren, je nachdem wie viel Sie im Jahr fahren. So lohnt sich ein Diesel am ehesten bei größeren Fahrzeugen und für Vielfahrer. Eine Beispielrechnung für zwei verschiedene PKW finden Sie hier.
Haben Dieselautos einen Umweltvorteil? Sie verbrauchen zwar weniger als Benziner, allerdings entsteht beim Verbrennen von einem Liter Diesel auch mehr CO2 als bei Benzin. Das heißt, bei gleichem Verbrauch emittieren Diesel mehr CO2 als Benziner - das relativiert den Verbrauchsvorteil ein wenig. Neue Diesel-Pkw müssen ebenso wie Benziner seit dem 1. Januar 2011 der Euro 5-Abgasnorm entsprechen. Die strengen Grenzwerte für Partikel haben dafür gesorgt, dass nun alle Diesel-Neufahrzeuge mit einem geschlossenen Partikelfilter ausgestattet sind, die die Rußteilchen zu fast 100 Prozent zurückhalten. Damit ist das Partikelproblem bei neuen Dieseln gelöst.
Bleibt noch der Ausstoß von Stickoxiden (NOX). Auch Euro 5-Fahrzeuge dürfen immer noch dreimal mehr Stickoxide ausstoßen als Benziner. Erst mit der nächsten Schadstoffnorm Euro 6, die im Januar 2015 in Kraft tritt, sinkt der zulässige NOx-Ausstoß auf das Niveau von Benzinern. Eine Technik, die Stickoxide auch bei Diesel-Pkw zurückhält, ist bereits entwickelt. Entsprechende Autos verkaufen die Hersteller in den USA bereits seit mehreren Jahren. In Europa bieten derzeit BMW, Mercedes und VW lediglich wenige Modelle an. Seit 2010 gelten EU-weit zusätzlich zu Feinstaub auch für Stickoxide strenge Grenzwerte. Viele Städte haben im vergangenen Jahr die Werte teilweise deutlich überschritten. Künftig könnte es daher auch für Dieselautos ohne entsprechende Stickoxidminderung Fahrtbeschränkungen geben. Spätestens mit einer Marktdurchdringung von Euro-6-Dieseln könnten Diesel ohne diese Technik deutlich schneller an Wert verlieren.
FÜR VIELFAHRER EMPFEHLENSWERT
Geringerer CO2-Ausstoß als vergleichbarer Benziner, aber Nachteile bei Stickoxiden, niedrige Betriebskosten meist nur für Vielfahrer und bei größeren Fahrzeugen.
