Benzin und Diesel: die Altbewährten

Foto: BP

Mehr als 90 Prozent aller Autos fahren mit Benzin und Diesel. Doch der Kraftstoff wird aus Erdöl gewonnen und das geht unweigerlich zur Neige. Solange Alternativen zu Benzin und Diesel nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, müssen herkömmliche Kraftstoffe so effizient wie möglich eingesetzt werden. Generell gilt: Fahrzeuge und Motoren müssen sparsamer werden, da der durchschnittliche Verbrauch immer noch zu hoch ist.

Benzin und Diesel werden seit Anfang 2007 in geringem Umfang Agrokraftstoffe beigemischt. Mehr zur Beimischung lesen Sie hier.

Benziner

Ein moderner Benziner mit Ottomotor der Schadstoffklasse Euro 5 produziert kaum Feinstaub und nur wenig Stickoxide (NOX). Vor möglichen Fahrverboten in Innenstädten sind Sie mit einem solchen Auto sicher. Bleibt noch der Verbrauch. Während kleine Motoren bereits sehr sparsam sind, müssen Motoren mit größerem Hubraum noch effizienter werden. Sogenannte doppelt aufgeladene Ottomotoren (z.B. der TSI von VW) sind eine Lösung. Sie haben weniger Hubraum und bringen trotzdem die gleiche Leistung wie größere Motoren – bei deutlich geringerem Verbrauch. Man spricht deswegen auch vom »Downsizing«.  Allerdings nutzen die Hersteller diesen Effizienzgewinn vorwiegend, um die Motorleistung zu steigern, nicht um den Verbrauch zu senken – ähnlich wie bei der Entwicklung neuer Diesel-Turbomotoren.

EMPFEHLENSWERT

Umwelttechnik ausgereift, bei kleinen Motoren besonders verbrauchsgünstig.

Diesel

Ein Golf Diesel aus dem Jahr 1976 (Foto: VW)

Diesel-Pkw sind beliebt. Mehr als 40 Prozent aller neu zugelassenen Autos in Deutschland sind inzwischen Selbstzünder. Ein wesentlicher Grund: Sie verbrauchen weniger als Benziner und der Sprit ist an der Zapfsäule etwas günstiger. Die höhere Kfz-Steuer und der höhere Kaufpreis machen den Spareffekt aber häufig zunichte. Außerdem wird sich der Dieselpreis dem von Benzin vermutlich weiter annähern, weil die Nachfrage gestiegen ist. Aktuell rechnen sich die meisten Selbstzünder nur für Vielfahrer. Ab wann sich ein Diesel lohnt, ist allerdings von Modell zu Modell verschieden. Mal rechnet er sich bereits bei 10.000 Kilometern im Jahr, mal erst bei 25.000. Eine Beispielrechnung für zwei verschiedene PKW finden Sie hier (48 KB).

Haben Dieselautos einen Umweltvorteil? Immerhin verbrauchen sie weniger als Benziner. Allerdings entsteht beim Verbrennen von einem Liter Diesel auch mehr CO2 als bei Benzin. Damit relativiert sich der Klimavorteil moderner Dieselmotoren, vor allem bei Kleinwagen.

Außerdem kommen aus dem Dieselauspuff nach wie vor gesundheitsschädliche Abgase: Rußpartikel und Stickoxide (NOX). Mit dem geschlossenen Partikelfilter gibt es eine Technik, die die Rußteilchen zu fast 100 Prozent zurückhält. Er ist ein Muss beim Kauf eines neuen Diesels.

Bleibt das Problem mit NOX. Neue Diesel nach Euro 5 dürfen immer noch dreimal mehr Stickoxide ausstoßen als Benziner. Eine Technik, die Stickoxide auch bei Diesel-Pkw zurückhält, ist bereits entwickelt. Entsprechende Autos verkaufen die Hersteller in den USA bereits seit zwei Jahren. In Europa bieten derzeit BMW und Mercedes lediglich wenige Modelle an. Erst ab September 2015, wenn die Schadstoffnorm Euro 6 gilt, ist eine effektive Stickoxidminderungstechnik bei allen neuen Diesel-Pkw unumgänglich. Wenn Sie einen neuen Diesel kaufen wollen, sprechen Sie mit dem Hersteller über Nachrüstmöglichkeiten. Sonst drohen böse Überraschungen. Da ab 2010, wie beim Feinstaub, auch für Stickoxide strenge EU-Grenzwerte in Kraft treten, könnten weitere Fahrverbote für Dieselautos folgen. Außerdem könnte ein neuer Diesel ohne Stickoxidminderung deutlich schneller an Wert verlieren.

EINGESCHRÄNKT EMPFEHLENSWERT

niedrige Betriebskosten für Vielfahrer, nur mit geschlossenem Partikelfilter, Nachrüstmöglichkeit für eine Stickoxidminderungstechnik prüfen.

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