Pflanzenöl: nur für Landwirte erste Wahl

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Um Kosten zu sparen, tanken manche Fahrer reines, unbehandeltes Pflanzenöl. In Deutschland stammt dieser Kraftstoff fast ausschließlich aus Raps. Anders als Biodiesel durchläuft reines Pflanzenöl nicht den sogenannten Veresterungsprozess und produziert damit kein CO2. Als Kraftstoff hat es viele Nachteile.

Tanken und Kosten

Pflanzenöl bekommen Sie nicht an normalen Tankstellen. Meist befinden sich Zapfsäulen auf Gewerbehöfen und bei Fuhrunternehmen. Da Pflanzenöl bei normalen Temperaturen zähflüssig bis fest ist, muss es vorgewärmt werden. Wer reines Pflanzenöl tanken will, muss sein Fahrzeug deshalb umrüsten lassen. In der Regel wird ein Zwei-Tank-System eingebaut. Der Motor kann dann mit normalem Diesel gestartet und, wenn die nötige Betriebstemperatur erreicht ist, auf reinen Pflanzenöl-Betrieb umgeschaltet werden. Billig ist ein solcher Umbau nicht. Je nach gewähltem System und Aufwand entstehen Kosten von bis zu 5.000 Euro. Schwarze Schafe unter den Umrüstfirmen und dubiose Angebote sind keine Seltenheit. Im Winter können Pflanzenöle nicht getankt werden, da sie bei Kälte ausflocken. Motorschäden durch Pflanzenöl fallen nicht unter die Gewährleistung der Fahrzeughersteller. Der Kraftstoff war bis Ende 2007 steuerfrei, wurde aber ab 2008 mit steigenden Abgaben belegt und wird seit 2012 genauso wie herkömmlicher Diesel besteuert.

Umwelt

Aus Umweltsicht sprechen dieselben Argumente wie bei Biodiesel gegen Pflanzenöl. Wer mit Pflanzenöl fährt, überschreitet oftmals sogar Abgasgrenzwerte. Wagen mit geregeltem Partikelfilter können kein Planzenöl tanken. Nur für Traktoren, Mähdrescher und andere landwirtschaftlichen Fahrzeuge ist der Kraftstoff eine Alternative, weil er Böden und Grundwasser nicht verschmutzt. Vorteilhaft ist es, wenn das Pflanzenöl aus regionaler Produktion stammt.

NICHT EMPFEHLENSWERT

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