Schadstoffe: Was kommt aus dem Auspuff?

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Spätestens seit der Diskussion um Umweltzonen und Fahrverbote ist vielen wieder bewusst: Autos blasen krankmachende Schadstoffe in die Luft, vor allem Rußpartikel und Stickoxide (NOX). Zwar kommen diese Schadstoffe auch aus den Schornsteinen von Wohnhäusern und Fabriken. Doch in Ballungsgebieten und an stark befahrenen Straßen sind Autos Hauptverursacher der gesundheitsschädlichen Emissionen.

Schlecht für die Gesundheit

Unter dem Begriff Stickoxide (NOX) werden Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) zusammengefasst. Sie entstehen bei der Verbrennung von Diesel und Benzin. In hohen Konzentrationen reizen Stickoxide die Schleimhäute und verursachen Atemwegserkrankungen. Sie sind für hohe Ozonwerte im Sommer verantwortlich. Außerdem tragen sie dazu bei, dass Böden, Seen und Flüsse versauern. Moderne Benziner produzieren dank Katalysator kaum noch Stickoxide, neue Dieselfahrzeuge haben in der Hinsicht dagegen noch Nachholbedarf.

Feinstaubpartikel kommen aus dem Auspuff von Dieselwagen ohne Filter, sie entstehen beim Abrieb von Reifen und Bremsen und werden mit dem Straßenstaub aufgewirbelt. Gefährlich sind die sogenannten Feinpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer. Weil sie bis in die Lunge gelangen, werden sie auch als »lungengängige Partikel« bezeichnet (zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 100 Mikrometer dick). Sie können Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen auslösen. Besonders gefährlich sind Dieselrußpartikel, denn sie verursachen Krebs. Außerdem tragen sie zur Erderwärmung bei (Näheres zum Klimaeffekt von Rußpartikeln finden Sie hier). Mit dem geschlossenen Partikelfilter gibt es eine Technik, die nahezu 100 Prozent der Feinpartikel aus Dieselabgasen zurückhält. Mit Inkrafttreten der aktuellen Schadstoffnorm Euro 5 zum 1. Januar 2011 sind aufgrund des strengen Partikelgrenzwerts alle neuen Diesel-Pkw mit einem solchen Filter ausgestattet. Weitere Informationen zum Partikelfilter finden Sie hier.

Neue Euro-Normen

Um den Ausstoß von Stickoxiden und Dieselpartikeln zu begrenzen, gibt es die sogenannten Euro-Schadstoffnormen. Sie bestimmen, wie viele Schadstoffe maximal aus dem Auspuff eines Wagens kommen dürfen. Dabei wird zwischen Benziner und Diesel unterschieden, und die Grenzwerte werden kontinuierlich verschärft. Das heißt, je neuer das Auto, desto weniger Schadstoffe darf es ausstoßen.

Im Juli 2007 wurden mit Euro 5 und Euro 6 die aktuellen und zukünftigen Abgasstandards für Pkw beschlossen. Euro 5 gilt für alle Neuzulassungen seit dem 1. Januar 2011, Euro 6 ab dem 1. September 2015. Mit den neuen Abgasnormen wurden vor allem die Vorschriften für Diesel-Pkw verschärft . Mit Euro 5 ist der Grenzwert für die Partikelmasse im Vergleich zur Stufe Euro 4 um 80 Prozent, der von Stickoxiden um 20 Prozent verschärft worden. Euro 6 begrenzt nochmals den Stickoxidausstoß fast auf das Niveau von Benzinern. Neue Diesel müssen spätestens dann zusätzlich eine serienmäßige Technik zur Reduzierung von Stickoxiden besitzen.

Weitere Informationen zu den Umwelteigenschaften verschiedener Kraftstoffe und Antriebstechniken finden Sie hier.

Umweltzonen

Dieses Verkehrsschild zeigt die Einfahrt in eine Umweltzone an.

Um die Luftqualität in Städten zu verbessern, hat die EU für besonders krankmachende Schadstoffe strenge Grenzwerte erlassen. Seit dem 1. Januar 2005 gilt EU-weit ein Grenzwert für Feinstaub und seit dem 1. Januar 2010 ein zusätzlicher Wert für Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft. Beide Grenzwerte werden nach wie vor in zahlreichen Städten in Deutschland öfter überschritten als erlaubt. Gemäß der EU-Richtlinie müssen Städte geeignete Maßnahmen umsetzen, um die Luftqualität zu verbessern. Eine wirkungsvolle Maßnahme ist die Einrichtung einer Umweltzone, in denen Autos und Lastwagen mit hohem Schadstoffausstoß nicht mehr fahren dürfen. Inzwischen haben fast 50 Städte und Gemeinden eine Umweltzone eingerichtet, weitere Städte folgen. Vielerorts werden die Zufahrtsbestimmungen kontinuierlich verschärft. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr altes Auto in Umweltzonen fahren darf, dann klicken Sie hier.