Schadstoffe
 

Schadstoffe: Was kommt aus dem Auspuff?

Foto: BMU

Spätestens seit der Diskussion um Umweltzonen und Fahrverbote ist vielen wieder bewusst: Autos blasen krankmachende Schadstoffe in die Luft, vor allem Rußpartikel und Stickoxide (NOX). Zwar kommen diese Schadstoffe auch aus den Schornsteinen von Wohnhäusern und Fabriken. Doch in Ballungsgebieten und an stark befahrenen Straßen sind Autos nach wie vor der Hauptverursacher gesundheitsschädlicher Emissionen.

Schlecht für die Gesundheit

Unter dem Begriff Stickoxide (NOX) werden Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) zusammengefasst. Sie entstehen bei der Verbrennung von Diesel und Benzin. In hohen Konzentrationen reizen Stickoxide die Schleimhäute und verursachen Atemwegserkrankungen. Sie sind für hohe Ozonwerte im Sommer verantwortlich. Außerdem tragen sie dazu bei, dass Böden, Seen und Flüsse versauern. Moderne Benziner produzieren dank Katalysator kaum noch Stickoxide, neue Dieselfahrzeuge haben in dieser Hinsicht hingegen noch Nachholbedarf. Erst mit der Schadstoffnorm Euro 6, die für alle Neufahrzeuge ab September 2015 gilt, werden Diesel ähnlich sauber wie Benziner. Allerdings gibt es erste Hinweise, dass Euro-6-Diesel im Realberieb teilweise deutlich höhere Stickoxidemissionen verursachen.

Feinstaubpartikel kommen aus dem Auspuff von Dieselwagen ohne Filter, sie entstehen beim Abrieb von Reifen und Bremsen und werden mit dem Straßenstaub aufgewirbelt. Gefährlich sind die sogenannten Feinpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 100 Mikrometer dick). Die feinen Teilchen gelangen bis in die Lunge und können Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen auslösen. Besonders gefährlich sind Dieselrußpartikel, denn sie verursachen Krebs. Außerdem tragen sie zur Erderwärmung bei (Näheres zum Klimaeffekt von Rußpartikeln finden Sie hier). Mit dem geschlossenen Partikelfilter gibt es eine Technik, die nahezu 100 Prozent der Feinpartikel aus Dieselabgasen zurückhält. Spätestens seit 2011 mit Inkrafttreten der aktuellen Schadstoffnorm Euro 5 sind aufgrund des strengen Partikelgrenzwerts alle neuen Diesel-Pkw mit einem solchen Filter ausgestattet. Weitere Informationen zum Partikelfilter finden Sie hier.

Neue Euro-Normen

Um den Ausstoß von Stickoxiden und Dieselpartikeln zu begrenzen, gibt es die sogenannten Euro-Schadstoffnormen. Sie bestimmen, wie viele Schadstoffe maximal aus dem Auspuff eines Wagens kommen dürfen. Dabei wird zwischen Benzinern und Dieseln unterschieden, und die Grenzwerte werden kontinuierlich verschärft. Das heißt, je neuer ein Auto ist, desto weniger Schadstoffe darf es ausstoßen.

Aktuell gilt für alle Neuzulassungen der Abgasstandard Euro 5, ab dem 1. September 2015 muss der strengere Standard Euro 6 eingehalten werden. Mit diesem werden vor allem die Vorschriften für Diesel-Pkw verschärft. Durch Euro 5 wurde der Grenzwert für die Partikelmasse im Vergleich zur Stufe Euro 4 um 80 Prozent, der Grenzwert von Stickoxiden um 20 Prozent gesenkt. Euro 6 begrenzt den Stickoxidausstoß nochmals und senkt diesen fast auf das Niveau von Benzinern. Neue Diesel müssen somit spätestens ab September 2015 zusätzlich über eine serienmäßige Technik zur Reduzierung von Stickoxiden verfügen. Wie bereits oben erwähnt, muss allerdings gewährleistet werden, dass die Grenzwerte auch im Realbetrieb eingehalten werden.

Weitere Informationen zu den Umwelteigenschaften verschiedener Kraftstoffe und Antriebstechniken finden Sie hier.

Umweltzonen

Dieses Verkehrsschild zeigt die Einfahrt in eine Umweltzone an.

Um die Luftqualität in Städten zu verbessern, hat die EU für besonders krankmachende Schadstoffe strenge Grenzwerte erlassen. Seit dem 1. Januar 2005 gilt ein EU-weiter Grenzwert für Feinstaub und seit dem 1. Januar 2010 ein zusätzlicher Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft. Beide Grenzwerte werden nach wie vor in zahlreichen Städten Deutschlands öfter überschritten als erlaubt. Gemäß der EU-Richtlinie müssen Städte geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Luftqualität zu verbessern. Eine wirkungsvolle Maßnahme ist die Einrichtung von Umweltzonen, in denen Autos und Lastwagen mit hohem Schadstoffausstoß nicht mehr fahren dürfen. Inzwischen haben bereits mehr als 60 Städte und Gemeinden eine Umweltzone eingerichtet, weitere Städte folgen. Vielerorts werden die Zufahrtsbestimmungen kontinuierlich verschärft. Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr altes Auto in Umweltzonen fahren darf, dann klicken Sie hier.